Blackout Vorbereitung: So sorgen Sie richtig vor
Die wirksamste Blackout Vorbereitung folgt den Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Lebensmittel- und Getränkevorrat für bis zu 10 Tage (mindestens 3 Tage), 2 Liter Wasser pro Person und Tag, dazu Taschenlampen, ein batteriebetriebenes Radio, Ersatzbatterien, Hausapotheke und etwas Bargeld. Wer diese Grundausstattung hat, übersteht die ersten — kritischsten — Tage eines langen Stromausfalls ohne fremde Hilfe.
Quelle: BBK, Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen" (abgerufen Juni 2026). Der Grundvorrat ist auf ca. 2.200 kcal pro Person und Tag ausgelegt.
Schritt 1: Vorräte anlegen
- Getränke: 20 Liter pro Person (2 l/Tag für 10 Tage), plus 0,5–1 l/Tag für Kochen und Hygiene.
- Lebensmittel: haltbar und möglichst ohne Kochen verzehrbar — Konserven, Knäckebrot, Nüsse, Trockenobst. Faustregel des BBK: Vorrat, der ohne Kühlung auskommt und den normalen Speiseplan ergänzt („lebender Vorrat": kaufen, was man ohnehin isst, und rotieren).
- Spezialbedarf: Babynahrung, Tiernahrung, Dauermedikamente für mindestens eine Woche.
Schritt 2: Notfallplan für den Haushalt erstellen
Ein Notfallplan für den Stromausfall beantwortet vorab die Fragen, die im Ernstfall ohne Internet nicht mehr recherchierbar sind: Wo treffen wir uns, wenn Mobilfunk ausfällt? Wer holt die Kinder ab? Wo stehen Taschenlampe, Radio, Verbandkasten? Notieren Sie wichtige Rufnummern (Angehörige, Ärzte, Netzbetreiber-Störungsdienst) auf Papier und legen Sie Kopien wichtiger Dokumente in eine griffbereite Dokumentenmappe. Für Menschen mit elektrisch betriebenen Hilfsmitteln (Beatmung, Sauerstoff, gekühlte Medikamente) gehört die Absprache mit Arzt und Pflegedienst in den Plan.
Schritt 3: Ausrüstung beschaffen
Licht, Information, Wärme, Kochen — das sind die vier Lücken, die Ausrüstung schließen muss: LED-Taschenlampen und Stirnlampen, Kurbel- oder Batterieradio, Powerbanks, warme Decken und Schlafsäcke, ein Campingkocher für draußen bzw. den Balkon. Eine priorisierte Übersicht in drei Ausbaustufen finden Sie unter Notfallausrüstung Stromausfall; die kompakte Abarbeitungsliste bietet die Stromausfall Checkliste.
Sicherheitshinweis: Niemals Holzkohlegrills, Gasheizstrahler oder Benzin-Generatoren in Innenräumen betreiben — es droht eine tödliche Kohlenmonoxid-Vergiftung. Generatoren gehören ausschließlich ins Freie.
Vorsorge für Unternehmen
Betriebe sichern mit einem Business-Continuity-Plan die kritischen Prozesse: Welche Anlagen brauchen unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), welche Daten müssen gesichert sein, wie werden Mitarbeitende erreicht? Für KRITIS-Unternehmen gelten gesetzliche Anforderungen; das BSI und das BBK stellen Leitfäden für das Notfallmanagement bereit. Auch hier gilt das Prinzip der Kaskade: erst Personensicherheit, dann Prozesse, dann Komfort.
Was Staat und Kommunen vorbereiten
Katastrophenschutz ist Ländersache: Kommunen planen sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme oder Notfall-Infopunkte — Anlaufstellen mit Notstrom, an denen Bürger im Blackout Informationen und Hilfe erhalten. Warnungen erreichen Sie über Sirenen, Radio sowie die Warn-Apps NINA und KATWARN und Cell Broadcast, solange Mobilfunk verfügbar ist. Es lohnt sich, vorab zu prüfen, wo die nächste Anlaufstelle Ihrer Gemeinde liegt.
Häufige Fragen
Wie viel Wasser und Essen sollte man für einen Blackout vorrätig haben?
Das BBK empfiehlt einen Vorrat für bis zu 10 Tage: 2 Liter Wasser pro Person und Tag (plus 0,5–1 Liter für Kochen und Hygiene) und haltbare Lebensmittel mit rund 2.200 kcal pro Person und Tag. Als Minimum gelten 3 Tage.
Was gehört in einen Notfallplan für den Stromausfall?
Treffpunkte und Absprachen für den Fall ohne Mobilfunk, wichtige Rufnummern auf Papier, der Aufbewahrungsort von Taschenlampe, Radio und Verbandkasten, eine Dokumentenmappe mit Kopien wichtiger Unterlagen sowie Sonderregelungen für Kinder, Pflegebedürftige und Haustiere.
Braucht jeder Haushalt ein Notstromaggregat?
Nein. Für die meisten Haushalte sind Powerbanks, Batterien und ein Batterieradio ausreichend und sicherer. Generatoren lohnen sich vor allem bei medizinischem Bedarf oder in der Landwirtschaft — und dürfen nur im Freien betrieben werden.
Warum kein offenes Feuer und keine Generatoren in der Wohnung?
Holzkohle, Gasheizstrahler und Verbrennungsmotoren erzeugen Kohlenmonoxid — ein geruchloses Gas, das in Innenräumen binnen Minuten tödlich sein kann. Kochen und Strom erzeugen daher immer nur draußen oder auf dem Balkon mit Abstand zu Fenstern.