Dunkelflaute: Wenn Wind und Sonne gleichzeitig fehlen

Eine Dunkelflaute ist ein Zeitraum, in dem Windkraft- und Solaranlagen wetterbedingt kaum Strom erzeugen — es ist bewölkt oder dunkel und nahezu windstill. Der Deutsche Wetterdienst spricht von einer Dunkelflaute, wenn Wind- und Solaranlagen über mindestens 48 Stunden weniger als 10 % ihrer Nennleistung liefern. Laut Bundesnetzagentur dauern solche Phasen meist 2 bis 8 Tage und treten vor allem im Spätherbst und Winter auf — im Durchschnitt etwa zweimal pro Jahr.

Quellen: Deutscher Wetterdienst (Definition); Bundesnetzagentur, Insight-Blog „Dunkelflaute? Kein Grund zur Panik" (abgerufen Juni 2026).

Ist eine Dunkelflaute ein Stromausfall?

Nein. Eine Dunkelflaute ist eine Wetterlage, kein Netzausfall. In Dunkelflauten springen regelbare Kraftwerke (Gas, Kohle, Biomasse, Wasserkraft), Stromspeicher und Importe aus dem europäischen Verbundnetz ein. Die Versorgung blieb auch in den bisherigen Dunkelflauten stabil — allerdings steigen die Börsenstrompreise in solchen Phasen deutlich: Während der kalten Dunkelflauten im November und Dezember 2024 lagen die Preise zeitweise über 300 Euro, in der Spitze über 900 Euro pro Megawattstunde (11./12. Dezember 2024). Ein Blackout ist eine Dunkelflaute also nicht — sie ist ein Stresstest für den Strommarkt.

Quelle: Marktdaten zur Dunkelflaute Nov./Dez. 2024, u. a. Bundesnetzagentur/SMARD (abgerufen Juni 2026).

Brownout: die kontrollierte Notbremse

Ein Brownout ist eine gezielte, zeitlich begrenzte Reduzierung der Stromversorgung — entweder durch Absenken der Netzspannung oder durch rollierende Lastabschaltungen einzelner Gebiete. Netzbetreiber setzen dieses Instrument als letzte Stufe ein, um einen unkontrollierten Netzzusammenbruch abzuwenden. Der Name kommt vom Abdunkeln („brown") der Glühlampen bei abgesenkter Spannung. In Deutschland sind Brownouts bisher nicht nötig gewesen; das Energiewirtschaftsgesetz und die Kaskadenregelungen der Netzbetreiber definieren dafür klare Abläufe.

Hellbrise: das Gegenteil der Dunkelflaute

Die Hellbrise bezeichnet die umgekehrte Situation: viel Sonne und kräftiger Wind gleichzeitig. Erneuerbare Anlagen erzeugen dann zeitweise mehr Strom, als verbraucht wird — die Börsenpreise fallen, teils ins Negative, und Netzbetreiber müssen Anlagen abregeln. Für die Versorgungssicherheit ist die Hellbrise unkritisch, sie zeigt aber wie die Dunkelflaute, warum Stromspeicher und flexible Verbraucher für das Stromsystem wichtiger werden.

Was bedeutet die Dunkelflaute für Verbraucher?

Für Haushalte mit Festpreistarif ändert sich während einer Dunkelflaute nichts. Wer einen dynamischen Stromtarif hat, zahlt in diesen Tagen spürbar mehr und kann Verbrauch (Waschmaschine, E-Auto-Ladung) in günstigere Stunden verschieben. Unabhängig davon gilt: Die Dunkelflaute selbst ist kein Grund zur Notfallvorsorge — sinnvolle Vorbereitung auf echte Stromausfälle beschreibt die Seite Blackout Vorbereitung.

Häufige Fragen

Was ist eine Dunkelflaute?

Ein Zeitraum, in dem Wind- und Solaranlagen wetterbedingt kaum Strom liefern. Der Deutsche Wetterdienst definiert sie als mindestens 48 Stunden mit weniger als 10 % der Nennleistung. Typisch sind 2 bis 8 Tage, vor allem im Spätherbst und Winter.

Geht bei einer Dunkelflaute der Strom aus?

Nein. Regelbare Kraftwerke, Speicher und Importe gleichen die fehlende Wind- und Solarleistung aus. Die Strompreise an der Börse steigen in solchen Phasen allerdings deutlich — im Dezember 2024 zeitweise auf über 900 Euro pro Megawattstunde.

Was ist ein Brownout?

Eine kontrollierte, zeitweise Reduzierung der Stromversorgung — durch Spannungsabsenkung oder rollierende Abschaltungen —, mit der Netzbetreiber einen unkontrollierten Blackout verhindern. In Deutschland war das bisher nicht erforderlich.

Was ist eine Hellbrise?

Das Gegenteil der Dunkelflaute: viel Wind und Sonne zugleich. Erneuerbare erzeugen dann mehr Strom als gebraucht wird, die Börsenpreise fallen teils ins Negative und Anlagen müssen abgeregelt werden.

Quellen