Stromausfall: Was tun, wenn der Strom weg ist?

Bei einem Stromausfall gilt: Ruhe bewahren, prüfen, ob nur die eigene Wohnung betroffen ist (Sicherungskasten, FI-Schalter), dann beim Netzbetreiber die Störung melden. Die meisten Stromausfälle in Deutschland sind lokal und nach kurzer Zeit behoben — 2024 war jeder Verbraucher im Schnitt nur 11,7 Minuten im ganzen Jahr ohne Strom. Erfasst werden dabei alle Unterbrechungen über drei Minuten.

Quelle: Bundesnetzagentur, Versorgungsunterbrechungen Strom 2024 (Stand: Oktober 2025).

Erste Schritte bei einem Stromausfall

  1. Eigene Wohnung oder ganze Straße? Blick in den Sicherungskasten: Hat eine Sicherung oder der FI-Schutzschalter ausgelöst, liegt die Ursache im Haus. Brennt bei den Nachbarn ebenfalls kein Licht, ist das Netz betroffen.
  2. Sicherung prüfen: Ausgelöste Sicherung einmal zurücksetzen. Löst sie sofort wieder aus, defektes Gerät vom Netz trennen — nicht mehrfach erzwingen.
  3. Empfindliche Geräte ausschalten: Herd, Bügeleisen und Computer ausschalten bzw. ausstecken. Das schützt vor Schäden durch Spannungsspitzen, wenn der Strom zurückkehrt, und verhindert Brände durch vergessene Geräte.
  4. Störung melden: Beim örtlichen Verteilnetzbetreiber — nicht beim Stromanbieter. Die Störungsnummer steht auf der Stromrechnung und am Zählerkasten. Übersicht und Karten: Aktueller Stromausfall.
  5. Kühlschrank und Gefrierschrank geschlossen halten: Eine geschlossene Gefriertruhe hält Lebensmittel mehrere Stunden gefroren.

Häufige Ursachen

Die Ursachen reichen von Bauarbeiten (beschädigte Erdkabel) über Unwetter — Sturm, Blitzeinschlag, Schneelast — bis zu technischen Defekten in Umspannwerken oder Ortsnetzstationen. Ein Stromausfall bei Gewitter entsteht meist durch Blitzeinschläge in Freileitungen oder Schutzabschaltungen des Netzes. Großflächige Ausfälle durch Netzüberlastung oder Kaskadeneffekte sind in Deutschland selten — mehr dazu auf der Seite Blackout Wahrscheinlichkeit.

Stromausfall im Haus oder in der Wohnung

Geht nur in der eigenen Wohnung der Strom weg, sind fast immer eine ausgelöste Sicherung, ein FI-Schutzschalter oder ein defektes Gerät verantwortlich. Typisches Vorgehen: alle Geräte des betroffenen Stromkreises ausstecken, Sicherung wieder einschalten und die Geräte nacheinander anschließen — das defekte Gerät löst die Sicherung erneut aus. Bleibt der gesamte Stromkreis tot oder riecht es verschmort, eine Elektrofachkraft rufen. Arbeiten am Sicherungskasten jenseits des Wiedereinschaltens gehören nicht in Laienhände.

Wie lange dauert ein Stromausfall?

Ein kurzer Stromausfall von Sekunden entsteht oft durch automatische Umschaltungen im Netz und ist kein Grund zur Sorge. Lokale Störungen sind in der Regel innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden behoben; 2024 meldeten die 830 deutschen Netzbetreiber insgesamt 164.645 Versorgungsunterbrechungen, die im Schnitt schnell behoben wurden. Dauert der Ausfall absehbar länger oder ist eine ganze Region betroffen, gelten die Verhaltensregeln für den Blackout — Informationen dann über Autoradio oder batteriebetriebenes Radio verfolgen.

Quelle: Bundesnetzagentur, Versorgungsunterbrechungen Strom 2024 (Stand: Oktober 2025).

Geplante Stromabschaltung

Eine Stromabschaltung ist im Unterschied zum Stromausfall geplant: Netzbetreiber kündigen Wartungsarbeiten schriftlich oder per Aushang an, meist mit Datum und Zeitfenster. Auch Versorgungssperren wegen offener Rechnungen werden vorher angekündigt. Wer von einer angekündigten Abschaltung betroffen ist, kann sich vorbereiten: Akkus laden, Warmwasser zapfen, Kühlgeräte vorher kalt stellen und geschlossen halten.

Häufige Fragen

Was sollte man bei einem Stromausfall zuerst tun?

Zuerst prüfen, ob nur die eigene Wohnung betroffen ist: Sicherungskasten kontrollieren und schauen, ob die Nachbarn noch Strom haben. Liegt es nicht an der eigenen Anlage, die Störung beim örtlichen Netzbetreiber melden und Elektrogeräte wie Herd oder Bügeleisen ausschalten.

Wen rufe ich bei einem Stromausfall an?

Den örtlichen Verteilnetzbetreiber — nicht den Stromanbieter, mit dem Sie den Liefervertrag haben. Die Störungsnummer steht auf der Stromrechnung und meist am Zählerkasten. Der Netzbetreiber ist für die Leitungen verantwortlich, egal von wem Sie den Strom beziehen.

Wie lange bleibt der Gefrierschrank bei Stromausfall kalt?

Eine gut gefüllte, geschlossen gehaltene Gefriertruhe hält Lebensmittel je nach Gerät und Füllstand mehrere Stunden bis zu etwa einem Tag ausreichend kalt. Wichtig ist, die Tür so selten wie möglich zu öffnen.

Wie oft fällt in Deutschland der Strom aus?

Sehr selten: 2024 lag die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je Verbraucher (SAIDI) bei 11,7 Minuten im gesamten Jahr (2023: 12,8 Minuten). Das deutsche Stromnetz gehört damit zu den zuverlässigsten in Europa.

Quellen